Suchtprävention- Projekttag JG 8- Sozialarbeit und Tannenhof e.V.

zuletzt aktualisiert: 4. Mai 2023 15:54 Uhr

Alkohol, Zigaretten, Vapes (E-Zigaretten) spielen im jugendlichen Alter eine große Rolle. Ob es die eigene Neugier oder der Druck aus der eigenen Clique heraus (Peerdruck) ist. Kaum ein junger Mensch muss sich nicht mit dem Gedanken auseinandersetzen, mal an der Zigarette zu ziehen oder einen Schluck aus der Bier- oder Schnapsflasche zu nehmen. Natürlich ist das „sich ausprobieren“ entwicklungspsychologisch betrachtet erstmal ganz normal, solange sich der Konsum und die Verhaltensweisen nicht verfestigen. Spätestens dann kann der Konsum schädigend sein und junge Menschen laufen Gefahr, in eine Abhängigkeit  abzurutschen.

Damit Schüler*innen unserer Schule sich mit ihrem Konsum und den Gefahren auseinandersetzen können, habe ich (Sozialarbeiter) in Kooperation mit Frau Vogel vom Tannenhof e.V. (überregionale Suchtberatung) einen Suchtpräventionstag für alle 8.Klassen angeboten.

Im Fokus stand besonders das Thema Alkohol, da nach Rückmeldung vieler junger Menschen die anstehenden Jugendweihen oder Konfirmationen als erste, durch die Eltern, legitimierte Ereignisse zum Alkoholkonsum benannt werden.

Nach der Vorstellung ihrer Arbeit (Beratung junger Menschen und Angehöriger bei Suchtproblematiken) durch Frau Vogel und dem Festlegen der Gruppenregeln ging es auch schon mit einer Erfahrungsaustausch- Runde los. Wie und in welchem Maße hatten jungen Menschen bereits Kontakt mit Alkohol? Hier zeigte sich deutlich, dass für manche Alkohol noch keine wesentliche Rolle spielt aber bei einigen bereits der Konsum von alkoholischen Getränken zum Alltag dazu gehört.

Damit junge Menschen einen Eindruck davon bekommen können, wie es in einer Familie sein kann, deren Leben von der Alkoholabhängigkeit eines Elternteils geprägt ist, wurde gemeinsam der Film „Zoey“ angeschaut. Hier wurde authentisch gezeigt, wie einschneidend ein Suchtverhalten im familiären Alltag sein kann. In einer Gruppenarbeit wurden die verschiedenen Beziehungen rund um Zoey hinterfragt, durch die Arbeitsgruppen benannt und vor der Klasse vorgestellt.

 

Interaktion ist ein wichtiger Bestandteil eines Projekttages, da den Schüler*innen solch ein Tag auch Spaß bereiten soll und das Erlernte sich so viel einfacher verfestigt. In dem Spiel „Was bin ich“ konnten die Schüler*innen des 8.Jahrgangs durch Fragen erraten, welches Suchtmittel/ Betäubungsmittel sie darstellen. Der zu erratende Begriff wurde dazu auf eine Karte geschrieben, die dann an dem Kopf eines Schülers befestigt wurde, ohne, dass er diese Karte sehen konnte. Die Schwierigkeit bestand darin, nur „ja/Nein-Fragen“ stellen zu dürfen, die dann vom Rest der Klasse beantwortet wurden.

Um die Beeinträchtigungen/ Gefahren von Alkoholkonsum erlebbar zu machen, konnten die Teilnehmenden verschiedene Rauschbrillen ausprobieren, welche unterschiedliche Rauschzustände simulieren (verschiedene Promillewerte, Tag und Nacht). Um Verkehrskegel laufen, ein Schlüsselbund fangen oder ein Fahrradschloss unter Alkoholkonsum öffnen ist gar nicht so leicht und verdeutlichte den jungen Menschen wie gravierend Alkohol auf den Körper und die Psyche Einfluss nehmen kann.

In einer abschließenden Diskussionsrunde wurde besprochen, wie sich junge Menschen verhalten können/müssen, sofern Freunde zu viel Alkohol konsumiert haben und es ohne 1.Hilfe zu gesundheitlichen Schäden kommen würde.

Der Tag war also vollgepackt mit Informationen aber so abwechslungsreich gestaltet, dass sich keiner langweilen musste. In der Auswertungsrunde gab es viele positive Rückmeldungen der Schüler*innen. Deswegen möchte ich noch einmal ganz herzlich Frau Vogel vom Tannenhof e.V. für die tolle Zusammenarbeit danken.

 

Jörn Lehmann (Sozialarbeiter Spreewald- Schule)